Der Welt-Aids-Tag wurde ins Leben gerufen um die Solidarität mit Menschen mit HIV und AIDS fördern und Diskriminierung entgegenzuwirken.

Egal, ob es um Sex, die Familienplanung, den Job, die Freizeit oder Anderes geht: Bei rechtzeitiger Behandlung und Therapie lässt sich der Ausbruch von Aids verhindern. Unter der entsprechenden Therapie ist HIV auch nicht mehr übertragbar oder ansteckbar.

Trotzdem machen Diskriminierung und Ausgrenzung Menschen mit HIV auch heute noch oft das Leben schwer. Meist aus Unwissenheit oder Angst, werden sie auch heute noch wie Aussätzige behandelt. Diesen Stempel müssen wir weg bekommen.

Aller Aufklärung zum Trotz wollen fast zwei Drittel aller HIV-positiven Menschen lieber nicht darauf bauen und verschweigen aus Angst vor Diskriminierung die Infektion mit dem Immunschwächevirus am Arbeitsplatz.

Kombinationspräparate, die als antiretrovirale Medikamente bekannt sind, unterstützen die Bekämpfung des Virus und ermöglichen Menschen mit HIV/Aids ein längeres und gesünderes Leben. Die Einnahme dieser Präparate verringert zudem beträchtlich die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung des Virus auf andere Menschen.

Zur PrEP wird ein Medikament aus der HIV-Behandlung eingesetzt. Es hindert HIV daran, sich zu vermehren. Wenn HIV dann in diese Zellen eindringt, können sich die Viren nicht vermehren. Eine HIV-Infektion wird verhindert.

Seit dem 1. September 2019 übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten für die PrEP-Medikamente und Begleituntersuchungen bei Menschen mit erhöhtem HIV-Risiko. Die privaten Krankenversicherungen haben eigene Regelungen – Nachfragen lohnt sich. Wichtig ist aber auf jeden Fall ein Auftaktgespräch: Mit geschulten Ärzt_innen kann besprochen werden, ob die PrEP infrage kommt und was dabei zu beachten ist. Dort werden auch die nötigen Checks besprochen.

Nach Einschätzung des Lesben- und Schwulenverbands können HIV-positive Menschen in Deutschland dank medizinischer Fortschritte ein selbstbestimmtes Leben führen.

Sie würden aber zu oft diskriminiert, auch von politischer Seite. Im Versicherungswesen und bei der Alterssicherung hätten sie immer noch Nachteile.

HIV hat heute in Deutschland seinen Schrecken annährend verloren. Doch gibt es noch viele, viel zu viele Menschen auf dieser Welt, die nicht die Möglichkeit einer solchen Therapie haben.

Doch wir dürfen uns nicht ausruhen! Das Virus verändert sich ständig und wir laufen mit unseren Therapien dem Virus ständig hinterher. Und wir müssen außerdem dafür sorgen, dass alle Menschen – auch in den armen und weniger versorgten Ländern dieser Welt – solche Therapien bekommen!

Weltweit sind rund 1,8 Millionen Mädchen und Jungen mit dem Virus infiziert. Jedes zweite Kind bekommt keine ausreichende Therapie. Die Versorgung mit Medikamenten ist vor allem in Afrika mangelhaft. Dort herrschen „kaum vorstellbare Zustände“. Es fehlen Ärzte, Pflegekräfte und Medikamente. All das bedeutet für Kinder mit Aids ein qualvolles Sterben.