Heute morgen las ich diesen Facebook Artikel vom Südwestrundfunk (SWR):

Krankenhäuser operieren wieder mehr – DRK warnt vor Engpass bei Blutspenden

Für die Engpässe gibt es laut dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) verschiedene Gründe: Wegen Corona abgesagte OPs werden nachgeholt und es wurden viele Blutspende-Termine abgesagt.

Quelle: SWR Facebookseite

Ganz ehrlich? Da kann ich nur sagen: selbst schuld, beziehungsweise hätte man vielleicht doch die Regierung dazu bringen sollen, das Blutspendeverbot für Schwule Männer und für Transsexuelle Menschen zu kippen und zu beseitigen!

Fakt ist: Bis vor wenigen Jahren waren schwule Männer, also Männer die Sex mit Männern haben – in der Fachwelt MSM genannt – lebenslang von der Blutspende ausgeschlossen.

Transgeschlechtliche Menschen werden grundlos gesondert als sexuelle Risikogruppe aufgeführt und dürfen kein Blut spenden.

2017 erschien dann die Hämotherapie-Richtlinie, die das Verbot lockerte: Menschen, die ein „gegenüber der Allgemeinbevölkerung deutlich erhöhtes Übertragungsrisiko für Infektionskrankheiten haben“ dürfen spenden, wenn der letzte „Risikokontakt“ zwölf Monate her ist.

Im Klartext: Schwule Männer dürfen nur Blutspender werden, wenn sie ein Jahr lang keinen Sex hatten – auch nicht mit dem eigenen Partner oder Ehemann.

Für menschliches Blut gibt es (noch) keinen künstlichen Ersatz. Deshalb sind die Kliniken so auf Blutspenden angewiesen. Gerade in Zeiten der Pandemie stand die Blutversorgung mehrmals am Rande des Zusammenbruchs – vor allem in den Monaten, als die Kliniken – so wie auch jetzt wieder – Operationen nachholten, die wegen der Corona-Wellen verschoben wurden. Gleichzeitig werden aber ganze Gesellschaftsgruppen von der Blutspende ausgeschlossen.

Dass Menschen mit medizinisch relevanten Vorerkrankungen kein Blut spenden dürfen, ist nachvollziehbar. Personen ab 73 Jahren scheiden aus, weil ihr Körper und ihr Blutkreislauf zu sehr von einer Spende belastet würde. Dass aber schwule und bisexuelle Männer allein wegen ihrer sexuellen Orientierung nur dann spenden dürfen, wenn sie ein Jahr lang enthaltsam lebten, ist diskriminierend. Die Regel gilt in ganz Deutschland und ist begründet mit der Gefahr der Aids-Übertragung. Doch das Gesetz unterstellt allen homosexuellen Männern, sie würden in ihrem Liebesleben völlig verantwortungslos agieren.

Die explizite Nennung von geschlechtsvarianten (transsexuellen) Personen als eigene „Risikogruppe“ ist überflüssig und durch die explizite Hervorhebung stigmatisierend und diskriminierend! Geschlechtsvariante Personen können hetero-, bi- oder homosexuell sein. Das heißt: Hätten sie ein „sexuelles Risikoverhalten“, wären sie entweder bereits als heterosexuelle Personen von der Blutspende ausgeschlossen bzw. dürften als schwule bzw. bisexuelle Personen ebenfalls nur spenden, wenn sie 12 Monate enthaltsam gelebt haben.

Ich fordere:

Homo- und bisexuelle Männer sollten nicht von der Blutspende ausgeschlossen werden, wenn sie nur geschützte Sexualkontakte mit anderen Männern hatten und HIV-negativ sind. Die explizite Nennung von trans* Personen als eigene „Risikogruppe“ ist stigmatisierend und muss gestrichen werden.

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