Warum ich nicht mehr da bin, wo du mich vielleicht gesucht hast
Es gibt Entscheidungen, die man trifft, weil man keine andere Wahl mehr sieht. Und es gibt Entscheidungen, die man trifft, weil man endlich klar genug hingeschaut hat, um die Konsequenzen zu ziehen. Der Abschied von Facebook, Youtube, Twitter, Instagram und WhatsApp war für mich beides.
Die großen Plattformen des Silicon Valley sind keine neutralen Kommunikationsräume. Sie sind Infrastrukturen der Kontrolle, finanziert durch die systematische Auswertung privater Daten, gesteuert durch Algorithmen, die nicht Relevanz, sondern Empörung maximieren, und inzwischen fest verankert in den Händen von Personen mit explizit politischer Agenda. Was X unter Elon Musk geworden ist, was Meta mit den Daten von Milliarden Menschen tut, wie Inhalte von queeren Menschen, von Aktivistinnen, von kritischen Stimmen systematisch unterdrückt oder unsichtbar gemacht werden: Das ist keine abstrakte Debatte über Medienpolitik. Das ist die Realität, in der ich täglich arbeite, schreibe und mich für die Rechte von trans und intergeschlechtlichen Menschen einsetze.
Wer die Augen offen hält, sieht: Jede Stunde auf diesen Plattformen ist eine Stunde, in der man mit dem eigenen Verhalten und den eigenen Daten das System mitfinanziert, das die eigene Freiheit beschneidet. Das war der Punkt, an dem ich entschieden habe, diesen Kreislauf zu verlassen.
Das bedeutet nicht den Rückzug aus der Öffentlichkeit. Es bedeutet das Gegenteil: einen Umzug in Räume, die niemandem gehören, außer ihren Nutzerinnen und Nutzern.
Das Fediverse: Soziale Netzwerke, die dir gehören
Das Fediverse ist kein Nischenprodukt für Technik-Nerds. Es ist eine gewachsene, lebendige Gemeinschaft, die auf dem Prinzip der Dezentralisierung basiert: Keine einzelne Firma, kein einzelner Milliardär, kein einzelner Algorithmus bestimmt, was du siehst und was unsichtbar bleibt. Stattdessen verwalten unabhängige Betreiberinnen und Betreiber ihre eigenen Instanzen, die miteinander verbunden sind wie ein Netz aus souveränen Gemeinschaften.
Ich bin seit Jahren Teil dieses Netzes und betreibe mit lsbt.me selbst eine Mastodon-Instanz für die LGBTQ+-Community, die als sicherer Raum für queere Menschen konzipiert ist. Das ist kein Hobby am Rand. Das ist gelebte digitale Souveränität.
Wo du mich findest
Mastodon: statt Twitter / X
Mastodon ist das dezentrale, werbefreie und open-source-basierte Gegenstück zu Twitter. Kein Tracking, kein Algorithmus, der Aufmerksamkeit monetarisiert, kein Eigentümer mit politischer Agenda.
Ich bin auf meiner eigenen Instanz lsbt.me aktiv, einer Mastodon-Instanz, die ich selbst für die queere Community betreibe.
lsbt.me – hier findest du mein Profil und kannst mir folgen, egal von welcher Mastodon-Instanz aus du selbst aktiv bist.
Mein Mastodon-Profil: https://lsbt.me/@christin
Pixelfed: statt Instagram
Pixelfed ist das dezentrale Foto-Netzwerk des Fediverse. Es funktioniert ähnlich wie Instagram, ohne die Datenkrake dahinter. Keine Verhaltensprofile, keine endlose Werbung, keine algorithmische Manipulation des Feeds.
Ich bin auf der deutschen Instanz pixelfed.de zu finden.
pixelfed.de – folge mir dort und sieh, was mich gerade bewegt.
Mein Pixelfed-Profil: https://pixelfed.de/i/web/profile/494137845590229440
Peertube: statt Youtube
PeerTube ist das dezentrale, werbefreie Video-Netzwerk des Fediverse. Es funktioniert ähnlich wie YouTube, ohne Tracking, ohne Werbealgorithmen, die entscheiden, welche Inhalte sichtbar bleiben und welche still verschwinden. Keine Empfehlungsmaschine, die dich in Filterblasen zieht, kein Konzern, der von deinen Sehgewohnheiten profitiert.
Ich betreibe meinen Kanal auf makertube.net, einer PeerTube-Instanz für die Maker-Community.
makertube.net – schau vorbei und abonniere meinen Kanal direkt dort.
Mein Peertube-Kanal: https://makertube.net/c/christin/videos
Friendica: statt Facebook
Friendica ist das dezentrale soziale Netzwerk des Fediverse, das sich am ehesten mit Facebook vergleichen lässt, mit langen Posts, Gruppen, Kommentarfäden und einem klassischen Timeline-Format. Der entscheidende Unterschied: keine Datenverwertung, kein Algorithmus, der emotionale Reaktionen züchtet, und kein Konzern, der über deine Sichtbarkeit entscheidet.
Ich bin auf der offenen Instanz opensocial.space aktiv.
friendica.opensocial.space – du kannst mir dort folgen und in Kontakt treten, egal von welcher Fediverse-Instanz aus.
Mein Friendica-Profil: https://friendica.opensocial.space/contact/679278/conversations
Signal: statt WhatsApp
WhatsApp gehört Meta. Und Meta weiß, auch ohne den Inhalt deiner Nachrichten zu lesen, mit wem du wann wie oft kommunizierst, in welchen Gruppen du bist, wie dein soziales Netzwerk aussieht. Aus diesen Metadaten lassen sich politische Einstellungen, Lebenssituationen und persönliche Verbindungen mit erschreckender Präzision ableiten.
Signal dagegen wird von einer gemeinnützigen Stiftung betrieben, ist vollständig Open Source und speichert strukturell so gut wie nichts. Das ist keine Behauptung, das ist Architektur.
Ich bin auf Signal erreichbar. Wende dich dafür über das Kontaktformular an mich, um meine Kontaktdaten zu erhalten.
Und jetzt?
Wenn du bisher noch auf Facebook, Twitter, Instagram, Youtube oder WhatsApp unterwegs bist: kein Vorwurf. Der Absprung fühlt sich nach Verlust an, weil die Gemeinschaft dort groß ist und der Komfort hoch. Aber dieser Komfort hat einen Preis, der jeden Tag größer wird.
Ich habe ihn gezogen. Und die Erfahrung zeigt: Die Luft ist tatsächlich freier dort.
Wer die Hintergründe zu dieser Entscheidung tiefer verstehen möchte, dem seien meine Artikel empfohlen:
Die zerbrechlichen Ketten der Bequemlichkeit Der Digitale Exitus: Warum Europa jetzt die Ketten sprengen muss