Für jeden von uns stehen irgendwann einschneidende Änderungen an. Ich hatte in der Vergangenheit sicherlich mehr als genug davon. Aufgrund meiner Variante der Geschlechtsentwicklung (Transsexualität) und meiner Geschlechtsdysphorie, hatte ich in der Vergangenheit einige, einschneidende Erlebnisse und Veränderungen.

Mein Coming Out, die Änderung meiner Vornamen und meines Geschlechtseintrags in meiner Geburtsurkunde, die geschlechtsangleichenden Operationen und noch einige mehr.

Für mich stand in den letzten Tagen wieder eine einschneidende Änderung an. Nachdem ich meinen Landesvorsitz Baden-Württemberg für die Partei Allianz für Menschenrechte, Tier- und Naturschutz abgegeben hatte und aus der Partei aus privaten Gründen ausgetreten bin, suchte ich eine neue, politische Bleibe.

Ich stand vor der Entscheidung, für welche Partei ich mich in Zukunft einsetzen möchte und entschloss mich aus mehreren Gründen für die Partei mut:

Für mich stand und steht immer der Mensch im Vordergrund, egal welcher Abstammung, Hautfarbe, Religion, sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Variante. Der Druck von Rechts wird immer größer und die sogenannten Parteien der Mitte geben diesem beinahe widerstandslos nach. Mit mut habe ich die große Chance, Mut zu zeigen und solidarisch mit allen Menschen aufzustehen und laut und stark gegen Rechts zu stehen.

Gerade die LGBTTIQ* Community, die queeren Menschen und insbesondere die geschlechtliche Vielfalt, die Menschen mit geschlechtlichen Varianten (Das große T in LGBT), liegen mir ganz besonders am Herzen. Auch und vor allem die soziale und rechtliche Ungerechtigkeit gegen Menschen mit einer transsexuellen Geschlechtsvariante – wie ich selbst einer bin – sind mir ganz besonders wichtig.

Mit mut habe ich die Chance, gegen diese Ungerechtigkeiten, gegen die Rechten Gesinnungen, gegen Rassismus, gegen den Klimawandel, gegen die Psychopathologisierung und die Gutachterei von transsexuellen Menschen, gegen das Transsexuellengesetz, gegen Diskriminierung, gegen Ablehnung und gegen Trans-ausschließenden Feminismus (TERF), gegen das Verbot der Sexarbeit (Prostitution) anzukämpfen und mich wirklich stark zu machen.

Ich sehe mich natürlich auch als Feministin. Ich stehe für die Rechte der Frauen und setze mich dafür vehement ein. Allerdings schließe ich geschlechtsvariante (transsexuelle) Frauen nicht mit aus, sondern kämpfe im Gegenteil für deren – unsere – Anerkennung in der Gesellschaft.

mut hat sich, neben anderen wichtigen Themen auch insbesondere diese Werte auf die Fahnen geschrieben.

Seit gestern bin ich nun Mitglied der Partei mut, hatte bereits ein sehr angeregtes und offenes Gespräch mit dem Vorstand und für meine politische Zukunft ist der Weg geebnet.

Hier in Baden-Württemberg wird sich sehr bald so einiges tun!