Author: Christin Löhner
Du bist ein Nazi. Und du weißt es.
Du sagst, du wählst nur aus Protest. Du sagst, du bist ja kein Nazi. Du sagst, der Begriff sei doch inflationär. Stimmt nicht. Stimmt nicht. Stimmt nicht. Seit dem 2. Mai 2025 ist die AfD vom Bundesamt für Verfassungsschutz gesichert rechtsextrem. Höcke ist gerichtsfest Faschist. In Potsdam wurde die Deportation von Millionen Menschen mit deutschem Pass besprochen. Hanau hatte neun Tote. Halle hatte zwei. Lübcke einen. Der NSU zehn. 1.488 rechte Gewalttaten allein 2024. Und neunzig Prozent aller AfD-Wähler:innen geben in Studien an, dass sie sich von dieser Partei "gut vertreten" fühlen. Du wusstest das. Du weißt das. Und du hast trotzdem das blaue Herz in deine Bio gesetzt, likest die Hetze, teilst die Memes und sagst beim Familienessen: "Aus Protest, ne." Schluss damit. Ab hier wird Tacheles geredet. Ab hier nennen wir die Dinge beim Namen. Ab hier hörst du auf, dich hinter Ausreden zu verstecken, die schon deine Urgroßeltern 1946 nicht mehr verkauft haben. Ein Text, der dich dort packt, wo du wirklich getroffen wirst: bei der Wahrheit über dich selbst. [Mehr lesen...]
Hope, die Titan und das Mittelmeer: Über die obszöne Frage, wer eigentlich rettenswert ist
Vor der Insel Poel werden gerade Hunderttausende Euro verbaggert, damit ein sterbender Buckelwal nicht in Ruhe sterben muss. Bezahlt von einem Mediamarkt-Mitgründer und einer Trabrennpferdebesitzerin, denen die Wissenschaft egal ist und die Eitelkeit alles. Drumherum hat sich ein Personalkarussell aus AfD-nahen Influencern, esoterischen Großbürgern und rechten Verschwörungserzählern gebildet, das den Wal als Bühne missbraucht. Im selben Jahrzehnt sind über dreißigtausend Menschen im Mittelmeer ertrunken, ohne dass eine einzige Pressekonferenz für sie einberufen wurde. Vor wenigen Jahren explodierte ein U-Boot voller Milliardäre und die halbe westliche Welt rückte aus. Dieser Beitrag erklärt, warum das kein Zufall ist und warum Mitgefühl ohne Klassenbewusstsein nichts als gut beleuchtete Heuchelei bleibt. [Mehr lesen...]
Souverän auf dem Papier, abhängig in der Praxis: Was der Bund meint, wenn er "digitale Souveränität" sagt
Der Bund schreibt digitale Souveränität in Strategien, aber kauft weiter bei Hyperscalern ein, die genau diese Souveränität unterlaufen. Dieser Text zerlegt den Widerspruch zwischen Open Source Vorrang auf dem Papier und Vergabepraxis im Alltag. Es geht um Macht über Infrastruktur, um demokratische Kontrolle und um die Frage, wessen Recht am Ende gilt. Wenn offene Standards nur mäßigen Einfluss haben, ist Souveränität ein Versprechen ohne Zähne.
Demokratie auf Abruf: Was der Umbau von „Demokratie leben!“ wirklich bedeutet
Mehr als 600 Projekte hängen am Programm „Demokratie leben!“, aber die Bundesregierung liefert den Träger*innen keine verlässliche Perspektive für 2027. Unsicherheit wird hier nicht verwaltet, sie wird politisch produziert. Was als Effizienz verkauft wird, trifft Beratungsstellen, Präventionsarbeit und lokale Schutzräume mitten ins Fundament. Während rechts außen stärker wird, sollen genau die Strukturen im Nebel planen, die Demokratie täglich verteidigen.
Ungarn verliert. Das höchste Gericht Europas hat gesprochen.
Der EuGH hat Ungarns Anti-LGBTQ-Gesetz als diskriminierend und menschenwürdeverletzend verurteilt, und damit fällt der Kinderschutz-Vorwand in sich zusammen. Dieses Urteil markiert einen historischen Bruch, weil erstmals ein EU-Staat in einem Vertragsverletzungsverfahren wegen Verstoßes gegen Artikel 2 EUV verurteilt wurde. Fünf Jahre lang mussten queere Menschen in Ungarn die Folgen dieses Gesetzes tragen, während Europa prüfte und zögerte. Jetzt ist klar: Wer diese Rhetorik weiter benutzt, verteidigt keinen Schutz, sondern organisierten Rechtsbruch.
Das Atom-Comeback der AfD: Teuer, langsam und voller Atommüll
Die AfD verkauft das Atom Comeback als Pragmatismus und hofft, dass niemand nachrechnet. Genau da zerfällt die Erzählung: Atomkraft ist teurer als Erneuerbare, dauert zu lange fürs Klima und schafft neuen Müll für kommende Generationen. Der Text nimmt die zentralen AfD Behauptungen auseinander und legt die Zahlen auf den Tisch. Wer trotzdem von Vernunft spricht, verteidigt keine Lösung, sondern Nostalgie mit Risiko.
FediSuite: Endlich richtige Analytics für deine Fediverse-Accounts
Wer das Fediverse ernsthaft nutzt, kennt das Problem. Man postet täglich, engagiert sich, beobachtet die Reaktionen, aber ein wirkliches Bild davon, wie sich der eigene Account entwickelt, welche Inhalte funktionieren und zu welchen Zeiten das Publikum am aktivsten ist, bleibt unsichtbar. Mastodon zeigt eine Followerzahl. Pixelfed zeigt Likes. Mehr gibt es nicht. Während Facebook und Instagram ihren Nutzerinnen und Nutzern detaillierte Dashboards mit Wachstumskurven, Engagement-Auswertungen und konkreten Optimierungsvorschlägen bieten, tappt man im Fediverse im Dunkeln. Das war lange ein blinder Fleck, den das Fediverse-Ökosystem einfach akzeptiert hat. FediSuite will das ändern. FediSuite ist eine kostenlose, vollständig quelloffene Social-Media-Management-Plattform, die von Grund auf für das Fediverse gebaut wurde und erstmals echte Analytics für Fediverse-Accounts zugänglich macht. Follower-Wachstum über die Zeit, Engagement-Verläufe, Heatmaps der besten Posting-Zeiten, Hashtag-Performance, Top-Beiträge, Engagement-Aufschlüsselungen und eine Tips-Engine, die konkrete Handlungsempfehlungen aus den eigenen realen Daten ableitet, statt generische Ratschläge aus dem Internet zu recyceln. Dazu kommt ein intelligenter Composer mit plattformspezifischen Regeln, zuverlässiges Scheduling und die Möglichkeit, bis zu dreizehn verschiedene Fediverse-Plattformen aus einer einzigen Oberfläche heraus zu verwalten. FediSuite ist kostenlos nutzbar, bleibt kostenlos und ist unter der GPL-3.0-Lizenz vollständig Open Source. Wer möchte, kann die Plattform auf dem eigenen Server selbst betreiben und behält damit die volle Kontrolle über die eigenen Daten. In diesem Artikel schaue ich mir FediSuite im Detail an und erkläre, warum dieses Tool eine echte Lücke im Fediverse-Ökosystem schließt. [Mehr lesen...]
Selektiver Gehorsam: Wir hören der Wissenschaft zu - aber nur wenn es uns passt
Wenn Wissenschaftler*innen bessere Akkus erfinden, schnellere Prozessoren oder wirksamere Impfstoffe, dann jubeln wir. Dann sind sie die Helden des Fortschritts, die Retter der Moderne, die klugen Köpfe, denen wir alles verdanken. Aber wenn exakt dieselben Menschen, mit denselben Methoden, denselben Daten und denselben Universitäten im Rücken, geschlossen und seit Jahrzehnten erklären, dass die Klimakatastrophe menschengemacht ist und wir sofort handeln müssen, dann sagen plötzlich alle: Nö. Zu teuer. Zu weit weg. Zu unbequem. Mein gesunder Menschenverstand sagt was anderes. Dieser Artikel ist kein sachlicher Überblick. Er ist eine Wutrede. Eine mit Zahlen, Fakten und dem festen Willen, niemandem zu schmeicheln. [Mehr lesen...]
Antifa? Ja, bitte. Und danke für die Einordnung.
Am Rednerpult im Bundestag, am Stammtisch, in der Talkshow, auf der Demo – überall dasselbe Bild: jemand zeigt auf Menschen, die gegen Faschismus eingestellt sind, und ruft empört „Antifa!" als wäre das eine Anklage. Ist es auch. Nur nicht die, die gemeint war. Denn „Antifa" bedeutet nichts anderes als antifaschistisch. Und wer das als Beleidigung meint, hat damit mehr über sich selbst gesagt als jede Verfassungsschutzakte je könnte. [Mehr lesen...]
Xavier Naidoo und die Chips der Verdammnis
Xavier Naidoo ist zurück. Nicht nur auf der Bühne, sondern auch tief im verschwörungsideologischen Sumpf, aus dem er angeblich 2022 herausgeklettert war. Vor dem Bundeskanzleramt erklärte der Mannheimer Soulsänger im Februar 2026 der Welt, dass die Firma Lay's embryonales Gewürzmittel auf ihre Chips streue und dass wir alle schon unwissentlich Menschenfleisch gegessen hätten. Was klingt wie der Wahn eines einzelnen Mannes, ist in Wirklichkeit das nächste Kapitel einer langen Geschichte: Antisemitismus, recycelt als Internetmythos, verpackt in Kartoffelchips. Dieser Artikel zerlegt Naidoos Aussagen, erklärt ihre historischen Wurzeln in mittelalterlichen Ritualmordlegenden und nimmt sich dabei die Zeit, auch Chemtrails, die flache Erde, die angeblich gefälschte Mondlandung und andere Klassiker der Verschwörungsideologie so gründlich durch den Kakao zu ziehen, dass selbst hartgesottene Aluhut-Träger ins Wanken kommen sollten. [Mehr lesen...]