FediSuite: Endlich richtige Analytics für deine Fediverse-Accounts

Das erste Fediverse-Tool, das dir zeigt, was wirklich passiert: Analytics, Scheduling und Multi-Account-Management für Mastodon, Pixelfed, PeerTube und mehr - kostenlos und Open Source.

Das Fediverse wächst. Langsam, aber stetig wandern Menschen von Instagram, Twitter und Facebook ab und entdecken Mastodon, Pixelfed, PeerTube und ihre Geschwister als Alternative. Eine Alternative, die dezentral organisiert ist, die keine Algorithmen auf dich loslässt, die deine Daten nicht verkauft und die dir tatsächlich gehört. Viele dieser Menschen kommen nicht nur als passive Konsumentinnen und Konsumenten ins Fediverse, sondern als Schaffende. Als Bloggerinnen, Aktivisten, Fotografinnen, Journalisten, Podcastende, Künstlerinnen. Als Menschen, die etwas zu sagen haben und verstehen wollen, ob dieses Etwas auch gehört wird.

Und genau hier beginnt ein Problem, das das Fediverse seit Jahren mit sich herumträgt und das bislang niemand wirklich gelöst hat: die völlige Abwesenheit von aussagekräftigen Analysen.

Das große Schweigen der Fediverse-Plattformen

Wer von Facebook oder Instagram ins Fediverse wechselt, kennt das Gefühl des freien Falls. Nicht im negativen Sinne, denn die Befreiung von algorithmischer Bevormundung ist echte Erleichterung. Aber mit dem Algorithmus verschwindet auch alles andere: die Einblicke in die eigene Reichweite, in Wachstumskurven, in Engagement-Verläufe, in die Frage, welche Beiträge wirklich etwas bewegt haben und welche ins Leere liefen. Facebook und Instagram bieten ihren Nutzerinnen und Nutzern detaillierte Dashboards mit Statistiken, die man mögen oder kritisieren kann, die aber zweifellos existieren. Mastodon zeigt dir eine Followerzahl. Pixelfed zeigt dir Likes. PeerTube zeigt dir Aufrufe. Aber ein wirkliches Bild davon, wie sich dein Account entwickelt, welche Inhalte funktionieren, wann dein Publikum am aktivsten ist, welche Hashtags dir Reichweite bringen und welche ins Nichts führen, bekommst du nirgendwo.

Das ist kein Versehen und kein Fehler im Design. Das Fediverse hat andere Prioritäten, und Datensparsamkeit ist eine davon. Aber für Menschen, die das Fediverse ernsthaft als Kommunikationskanal nutzen, als Plattform für Aktivismus, für Community-Aufbau, für Journalismus, für kreative Arbeit, ist dieses Schweigen frustrierend. Du postest täglich, du engagierst dich, du beobachtest, ob etwas passiert. Aber du weißt es nicht wirklich. Du tappst im Dunkeln.

Bis jetzt.

FediSuite: Insights für das Fediverse

FediSuite ist eine kostenlose, quelloffene Social-Media-Management-Plattform, die genau dieses Problem angeht. Sie wurde nicht für Twitter oder Instagram gebaut und nachträglich mit Fediverse-Unterstützung versehen, sondern von Grund auf für das Fediverse entwickelt. Jede Entscheidung, jede Funktion, jede Detaillösung in FediSuite wurde mit dem Fediverse und seinen Eigenheiten im Kopf getroffen.

Das Ergebnis ist ein Werkzeug, das mehrere Dinge gleichzeitig kann, die bislang kein einziges Fediverse-Tool in dieser Kombination angeboten hat: die Verwaltung mehrerer Accounts aus einer einzigen Oberfläche heraus, einen intelligenten Composer, der plattformspezifische Regeln kennt und anwendet, ein vollständiges Planungs- und Scheduling-System für Beiträge, und ein Analytics-Dashboard, das dir endlich zeigt, was auf deinen Accounts wirklich passiert.

FediSuite ist dabei für alle nutzbar. Die gehostete Version unter app.fedisuite.com steht kostenlos zur Verfügung, ohne Paywall, ohne Premium-Tier, ohne versteckte Kosten. Wer technisch versiert ist und die volle Kontrolle über seine Daten behalten möchte, kann FediSuite auf dem eigenen Server selbst betreiben, denn der komplette Quellcode steht unter der GPL-3.0-Lizenz offen zur Verfügung. Das ist keine Alibilösung und kein aufgehübschtes "Source-Available"-Konstrukt, sondern echte, vollständige Open-Source-Software.

Dreizehn Plattformen, eine Oberfläche

Das Fediverse ist keine homogene Welt. Wer aktiv ist, ist oft nicht nur auf einer Plattform aktiv. Vielleicht läuft ein Mastodon-Account für allgemeine Beiträge, ein Pixelfed-Account für Fotos, ein PeerTube-Kanal für Videos und ein Friendica-Profil für längere Texte. Jede dieser Plattformen hat eigene Zeichenbegrenzungen, eigene Medienregeln, eigene Authentifizierungsmechanismen und eigene Eigenheiten. Wer mehrere solcher Accounts betreibt, jongliert ständig zwischen Browser-Tabs, Logins und Interfaces, verliert den Überblick und verschenkt Zeit, die besser in Inhalte investiert wäre.

FediSuite unterstützt dreizehn Fediverse-Plattformen: Mastodon, Pixelfed, Misskey, Friendica, Pleroma, Akkoma, Sharkey, Calckey, Firefish, Iceshrimp, PeerTube, Loops und GNU Social. Das ist keine Liste um der Liste willen. Diese Plattformvielfalt bedeutet in der Praxis, dass fast jeder denkbare Fediverse-Account in FediSuite eingebunden werden kann, unabhängig davon, auf welcher Instanz er läuft und welche Plattform-Software diese Instanz betreibt.

Beim Verbinden eines Accounts muss man dabei keine technischen Details kennen. Es reicht, die Instanz-URL einzugeben. FediSuite erkennt den Plattformtyp automatisch, lädt die spezifischen Zeichenbegrenzungen und Medienregeln direkt von dieser Instanz und konfiguriert alles Weitere selbst. Die Authentifizierung läuft, wo immer möglich, über OAuth2, den modernen Standard, bei dem man sein Passwort nicht an einen Drittdienst übergeben muss. Bei Plattformen, die OAuth2 nicht unterstützen, wird ein alternatives Verfahren eingesetzt, das klar kommuniziert wird, bevor man sich darauf einlässt.

Der Smart Composer: Schreiben ohne Reibung

Das Herzstück jedes Social-Media-Workflows ist der Moment, in dem man tatsächlich einen Beitrag schreibt. FediSuite bietet dafür einen Composer, der sich als intelligent bezeichnen darf, weil er tatsächlich mitdenkt.

Der Composer weiß, welchen Account du gerade verwendest. Er weiß, welche Zeichenbegrenzung diese Plattform hat, und zählt live mit, wie viele Zeichen noch zur Verfügung stehen. Er bietet Sichtbarkeitsoptionen an, die zur jeweiligen Plattform passen, also ob ein Beitrag öffentlich, nur für Follower oder als Direktnachricht veröffentlicht werden soll. Er enthält ein Feld für Content-Warnings, weil das Fediverse diese Funktion ernst nimmt und FediSuite das genauso tut. Er ermöglicht das Hochladen von Medien mit sofortiger Alt-Text-Eingabe pro Bild, weil Barrierefreiheit hier kein nachträglicher Gedanke ist, sondern fester Bestandteil des Workflows. Er erlaubt die Angabe einer Beitragssprache als BCP-47-Tag, was für mehrsprachige Accounts und für Nutzerinnen und Nutzer von Screenreadern relevant ist, die erfahren sollen, in welcher Sprache ein Beitrag verfasst wurde. Und er bietet die Möglichkeit, einen Beitrag nicht sofort zu veröffentlichen, sondern für einen späteren Zeitpunkt zu planen, minutengenau und in der eigenen Zeitzone.

Wer mehrere Accounts verbunden hat, kann beim Erstellen eines Beitrags direkt auswählen, über welchen Account er veröffentlicht werden soll. Das alles passiert in einer einzigen Oberfläche, ohne Tab-Wechsel, ohne erneute Logins, ohne Unterbrechung des Schreibflusses.

Scheduling: Präsenz ohne permanente Online-Zeit

Regelmäßige Präsenz ist einer der wichtigsten Faktoren für das Wachstum eines Fediverse-Accounts. Das ist keine Erkenntnis, die besonderer Beweise bedarf, sie leuchtet intuitiv ein. Wer regelmäßig postet, wird regelmäßig wahrgenommen. Aber "regelmäßig posten" bedeutet in der Praxis nicht, dass man rund um die Uhr am Computer sitzen muss oder immer genau dann online ist, wenn das eigene Publikum am aktivsten ist. Es bedeutet, Inhalte vorzubereiten und dann zum richtigen Zeitpunkt veröffentlichen zu lassen.

FediSuite erledigt genau das. Der Scheduling-Mechanismus ist keine Notlösung, kein einfaches Cronjob-Konstrukt, das irgendwann vielleicht funktioniert. Im Hintergrund laufen dedizierte Worker-Prozesse, die Beiträge zuverlässig zum geplanten Zeitpunkt veröffentlichen. Es gibt Rate-Limit-Handling, also automatische Logik dafür, wenn eine Instanz gerade überlastet ist und Anfragen ablehnt, und atomare Beitragsauslieferung, die sicherstellt, dass Beiträge konsistent veröffentlicht werden.

Das Ergebnis in der Praxis: Man kann sich hinsetzen, zehn Beiträge für die nächste Woche schreiben, jeden einzelnen für einen bestimmten Zeitpunkt einplanen und dann entspannt abwarten, während FediSuite die Veröffentlichung übernimmt. Wer die Analytics von FediSuite nutzt, und darum geht es gleich im Detail, kann diese Planung sogar datenbasiert optimieren und Beiträge genau dann einplanen, wenn das eigene Publikum erfahrungsgemäß am aktivsten reagiert.

Post-Management: Der vollständige Lebenszyklus eines Beitrags

Ein Beitrag ist in FediSuite nicht einfach etwas, das man schreibt und dann vergisst. FediSuite behandelt Beiträge als Objekte mit einem vollständigen Lebenszyklus. In der Beitragsübersicht sieht man alle veröffentlichten, alle geplanten und alle fehlgeschlagenen Beiträge. Fehlgeschlagene Beiträge können erneut veröffentlicht werden. Beiträge können bearbeitet, dupliziert oder gelöscht werden. Wer häufig ähnliche Inhalte produziert, kann erfolgreiche Beiträge als Vorlage duplizieren, anpassen und neu einplanen.

Dieses Maß an Kontrolle ist im Fediverse-Ökosystem bislang einzigartig. Native Apps und Web-Clients der einzelnen Plattformen bieten meist nur das Nötigste: schreiben, posten, fertig. FediSuite macht aus dem losen Beitragsstrom einen strukturierten, überschaubaren Workflow.

Hinzu kommt der historische Import. Wer einen Account verbindet, bekommt nicht nur ab diesem Moment Daten. FediSuite importiert im Hintergrund die vorhandene Posting-Historie dieses Accounts. Das hat einen entscheidenden Vorteil: Die Analytics sind von Anfang an aussagekräftig. Man startet nicht bei null, sondern mit dem gesamten Kontext der bisherigen Aktivität auf diesem Account.

Das Analytics-Dashboard: Endlich wissen, was funktioniert

Jetzt kommt der Teil, der FediSuite wirklich von allem anderen unterscheidet, was das Fediverse bislang zu bieten hatte. Das Analytics-Dashboard ist nicht ein einzelner Chart auf einer Seite. Es ist ein umfassendes Analyse-Werkzeug, das in mehrere Bereiche unterteilt ist und eine Tiefe der Auswertung bietet, die man aus dem Fediverse nicht gewohnt ist.

Alle Auswertungen beziehen sich auf den eigenen Account und die eigenen Daten. FediSuite gibt keine generischen Social-Media-Ratschläge, keine plattengedruckten Best-Practice-Listen, die für alle gleich sind und für niemanden wirklich stimmen. Alles, was FediSuite anzeigt und empfiehlt, leitet sich aus den eigenen tatsächlichen Zahlen ab. Das ist der entscheidende Unterschied.

Der Übersicht-Bereich des Dashboards zeigt auf einen Blick die wichtigsten Kennzahlen: die Gesamtreichweite über alle verbundenen Accounts, die Gesamtzahl der Beiträge, die Anzahl geplanter Beiträge und ob es fehlgeschlagene Beiträge gibt, die Aufmerksamkeit erfordern. Darunter findet man eine Grafik des täglichen Engagements über die Zeit, aufgeteilt in Favoriten, Boosts und Antworten. Diese Darstellung zeigt auf einen Blick, wann besonders viel passiert ist, ob das Engagement gleichmäßig verläuft oder ob einzelne Beiträge für Peaks gesorgt haben.

Im Wachstums-Bereich sieht man, wie sich der Account entwickelt. Die Follower-Kurve über die Zeit zeigt, ob Wachstum stattfindet und wie schnell. Dazu gibt es die täglichen Follower-Änderungen, also konkrete Zugewinne und Verluste pro Tag, sowie das wöchentliche Follower-Wachstum, das Trends sichtbarer macht als tagesweise Schwankungen. Auch der Following-Verlauf ist abgebildet, denn wer verstehen will, wie sich ein Account verhält, braucht den vollständigen Kontext.

Der Engagement-Bereich geht in die Tiefe. Die Engagement-Rate zeigt, wie viel Reaktion jeder Beitrag im Durchschnitt erzeugt, eine Metrik, die aussagekräftiger ist als rohe Interaktionszahlen, weil sie das Posting-Volumen berücksichtigt. Eine Aufschlüsselung zeigt, wie sich das Engagement auf Favoriten, Boosts und Antworten aufteilt. Diese Verteilung ist aufschlussreich, denn sie sagt etwas darüber aus, wie das Publikum mit Inhalten interagiert: Wird eher leise geliked, wird weiterverbreitet, oder wird Konversation angestoßen? Das kumulierte Engagement über die Zeit zeigt, wie die Gesamtinteraktion wächst und ob das Wachstum beschleunigt oder abflacht. Auch die Engagement-Verteilung nach Wochentag ist abgebildet, was dabei helfen kann, Muster im Verhalten des eigenen Publikums zu erkennen.

Der Bereich für Top-Beiträge zeigt, welche konkreten Inhalte am besten funktioniert haben. Sortierbar nach Favoriten, Boosts und Antworten kann man nachsehen, welche Beiträge die stärksten Reaktionen ausgelöst haben. Das ist der Moment, in dem Analytics nicht mehr abstrakt, sondern greifbar werden. Man sieht nicht nur eine Zahl, sondern den tatsächlichen Inhalt, der diese Zahl verursacht hat. Das erlaubt qualitative Schlüsse: Waren es bestimmte Themen, bestimmte Formate, bestimmte Formulierungen? Was hat das Publikum bewegt?

Die Optimize-Sektion: Wann ist der beste Zeitpunkt?

Einer der wertvollsten Bereiche im Dashboard ist die Optimize-Sektion. Hier findet sich eine Heatmap der besten Posting-Zeiten. Diese Visualisierung zeigt für jeden Wochentag und jede Stunde des Tages, wie hoch das durchschnittliche Engagement in diesem Zeitfenster war. Die Farben der Heatmap zeigen an, welche Fenster besonders reaktionsfreudig und welche besonders ruhig sind.

Das ist unmittelbar handlungsrelevant. Wer weiß, dass das eigene Publikum freitags abends zwischen achtzehn und zwanzig Uhr besonders aktiv reagiert, kann wichtige Beiträge gezielt für diese Zeitfenster einplanen. Wer sieht, dass sonntagvormittags kaum jemand reagiert, kann weniger prioritäre Inhalte dorthin verschieben. Diese Optimierung basiert nicht auf allgemeinen Empfehlungen, die irgendwer irgendwann für irgendeine Plattform veröffentlicht hat, sondern auf den eigenen Daten des eigenen Accounts mit dem eigenen Publikum.

Ergänzend dazu gibt es eine Posting-Aktivitäts-Heatmap, eine Kalenderansicht, die zeigt, wann tatsächlich gepostet wurde. Diese beiden Heatmaps zusammen sind besonders aufschlussreich, denn sie erlauben einen Vergleich: Hier sind die Fenster, in denen das Publikum am aktivsten reagiert, und hier ist, wann tatsächlich gepostet wurde. Decken sich diese Muster? Oder gibt es Zeitfenster mit hohem Reaktionspotenzial, die bislang ungenutzt bleiben?

Hashtag-Analytics: Was wirklich Reichweite bringt

Ein weiterer Baustein der Optimize-Sektion sind die Hashtag-Analytics. Das Fediverse lebt von Hashtags, weil Hashtags auf dezentralen Plattformen eine der wichtigsten Mechanismen für Entdeckbarkeit sind. Aber nicht alle Hashtags sind gleich. Welche Tags bringen auf dem eigenen Account tatsächlich Reichweite? Welche Kombinationen funktionieren besonders gut? Welche Tags werden von der eigenen Community beachtet und welche rauschen durch?

FediSuite beantwortet diese Fragen nicht mit generischen Hashtag-Ranglisten aus dem Internet, sondern mit der Auswertung der eigenen Posting-Historie. Es zeigt, welche Hashtags in den eigenen Beiträgen mit höherem Engagement korrelieren und welche kaum einen Unterschied machen. Das erlaubt eine informierte Entscheidung darüber, welche Hashtags künftig eingesetzt werden sollen und wie viele davon sinnvoll sind. Wer fünfzehn Hashtags pro Post nutzt und dabei das Engagement verdünnt statt zu steigern, wird das in den Daten sehen können.

Die Tips-Engine: Konkrete Empfehlungen aus echten Daten

Was die Analytics von FediSuite besonders macht, ist nicht die Menge der Daten, sondern die Ableitung von Handlungsempfehlungen aus diesen Daten. Die Tips-Engine analysiert das eigene Nutzungsverhalten, die eigenen Zahlen und die eigenen Muster und gibt konkrete, spezifische Hinweise darauf, was optimiert werden könnte.

Das können Hinweise auf ein rückläufiges Engagement sein, mit einem Verweis auf den Zeitraum, in dem diese Entwicklung begonnen hat. Es können Hinweise auf Hashtags sein, die deutlich besser performen als der Durchschnitt und deshalb häufiger eingesetzt werden sollten. Es können Hinweise auf Wachstumsmuster sein, die zeigen, dass bestimmte Beitragsstypen mehr neue Follower anziehen als andere. Es können Hinweise auf Posting-Rhythmus sein, wenn ein Account über längere Zeiträume inaktiv war und das Engagement danach eingebrochen ist.

All das sind Einsichten, die bislang nur Plattformen wie Facebook oder LinkedIn ihren Nutzern zur Verfügung gestellt haben, weil sie die entsprechenden Daten erhoben und ausgewertet haben. FediSuite bringt diese Art von Auswertung erstmals ins Fediverse, ohne Datenschutzbedenken, ohne Werbealgorithmen, ohne Abhängigkeit von einem Konzern.

Barrierefreiheit als Grundprinzip

FediSuite ist eines der wenigen Fediverse-Werkzeuge, das Barrierefreiheit nicht als Randnotiz behandelt, sondern als Kernprinzip. Jeder Chart im Analytics-Dashboard hat eine Textzusammenfassung, die denselben Informationsgehalt transportiert wie die grafische Darstellung. Jeder Chart hat eine vollständige Datentabelle, die alle zugrundeliegenden Zahlen strukturiert zugänglich macht. Komplexe Visualisierungen wie Heatmaps stellen textuelle Äquivalente bereit, die mit Screenreadern vollständig navigierbar sind.

Die Tastaturnavigation folgt dem WAI-ARIA-Standard. Formulare und Bedienelemente sind korrekt beschriftet. Dialoge, Live-Regionen und Sprunglinks sind nach aktuellen Accessibility-Standards implementiert. Das HTML-lang-Attribut der Seite reflektiert die aktuell gewählte Oberflächensprache und aktualisiert sich bei einem Sprachenwechsel sofort, damit Screenreader die Inhalte in der richtigen Sprache ankündigen.

Das ist nicht selbstverständlich. Die meisten Social-Media-Tools, auch jene im Fediverse-Umfeld, schließen Menschen mit Beeinträchtigungen durch schlechte Umsetzung von Barrierefreiheit faktisch aus. FediSuite tut das nicht.

Drei Sprachen, und es werden mehr

Die Oberfläche von FediSuite ist derzeit in drei Sprachen verfügbar: Englisch, Deutsch und Italienisch. Das Übersetzungssystem wurde so gebaut, dass neue Sprachen hinzugefügt werden können, ohne Änderungen am Anwendungs-Code vornehmen zu müssen. Das macht es für die Community leicht, weitere Übersetzungen beizusteuern und damit die Zugänglichkeit der Plattform zu erweitern.

Die Android-App: FediSuite unterwegs

FediSuite ist nicht nur ein Browser-Werkzeug. Es gibt eine native Android-App, entwickelt mit Expo und React Native, die keine WebView-Verpackung einer mobilen Website ist, sondern eine echte native App mit touch-optimierter Bedienoberfläche. Die App bietet Zugang zu den Account-Analytics, zum Composer mit Medien-Anhängen und Alt-Text, zum Scheduling und zu allen verbundenen Accounts. Sie verbindet sich mit der offiziellen gehosteten Instanz unter app.fedisuite.com und mit jeder selbst gehosteten FediSuite-Instanz. Der Backend-Endpunkt ist konfigurierbar, kein Server ist hartcodiert.

Selbst hosten: Volle Kontrolle über die eigene Infrastruktur

Für Menschen, die keine fremde Infrastruktur für ihre Fediverse-Daten nutzen möchten, ist Self-Hosting die richtige Option. FediSuite kann vollständig auf dem eigenen Server betrieben werden. Das Self-Hosting-Repository auf GitHub enthält alle nötigen Dateien für ein Docker-Compose-Setup, das aus vier Diensten besteht: der PostgreSQL-Datenbank, der eigentlichen Anwendung mit Frontend und API, und zwei Background-Worker-Prozessen für Scheduling und regelmäßige Aktualisierungen.

Die Installation erfordert kein Kompilieren des Quellcodes. Man clont das Repository, kopiert die Beispiel-Umgebungsdatei, trägt die eigenen Einstellungen ein und startet den Stack mit einem einzigen Befehl. Updates erfolgen durch ein einfaches Ziehen des neuen Docker-Images und einen Neustart des Stacks. Wer FediSuite nur für sich selbst oder eine kleine Gruppe betreiben möchte, kann die Nutzerregistrierung mit einer einzigen Umgebungsvariable deaktivieren und eine private Instanz betreiben.

Für alle, die Traefik als Reverse Proxy einsetzen, sind Beispiel-Konfigurationen im Repository enthalten. Das macht den Einstieg für Menschen, die bereits eine ähnliche Infrastruktur betreiben, besonders unkompliziert.

Kostenlos. Jetzt. Für immer.

FediSuite kostet nichts. Nicht die gehostete Version, nicht die Möglichkeit zur Selbstnutzung des Quellcodes, nicht die Nutzung der Analytics, nicht das Scheduling, nicht die Multi-Account-Verwaltung. Der Quellcode liegt unter der GPL-3.0-Lizenz offen, was bedeutet, dass die Software kostenlos genutzt, studiert, verändert und weitergegeben werden darf, solange Änderungen unter denselben Bedingungen veröffentlicht werden.

Das ist kein Freemium-Modell, bei dem die wichtigen Features hinter einer Bezahlschranke versteckt sind. Es gibt keine Bezahlschranke. Das ist Software, die aus dem Überzeugung heraus entwickelt wurde, dass das Fediverse ein Werkzeug wie dieses verdient, ohne dass man dafür zahlen oder einem Konzern Datenzugang gewähren muss.

Loslegen in vier Schritten

FediSuite ist unter app.fedisuite.com sofort nutzbar. Man erstellt einen Account, verbindet den ersten Fediverse-Account durch einfache Eingabe der Instanz-URL, lässt den historischen Import laufen und hat innerhalb kurzer Zeit ein vollständiges Bild der bisherigen Account-Aktivität. Der Composer steht sofort zur Verfügung, Scheduling ist von der ersten Minute an möglich, und die Analytics füllen sich mit jedem importierten Datenpunkt.

Wer lieber selbst hostet, findet das Repository unter https://github.com/christinloehner/FediSuite. Wer Fehler findet, meldet sie unter https://github.com/christinloehner/FediSuite-Docker-Image/issues. Wer die App auf dem Telefon nutzen möchte, findet die Android-App ebenfalls auf GitHub.

Das Fediverse verdient bessere Werkzeuge. FediSuite ist eines davon.


FediSuite ist freie, quelloffene Software unter der GPL-3.0-Lizenz. Die gehostete Version ist kostenlos unter app.fedisuite.com verfügbar. Selbst-Hosting über Docker Compose ist möglich. Quellcode, Bug-Tracker und Android-App befinden sich auf GitHub.

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