Du bist ein Nazi. Und du weißt es.

Ich rede mit dir.

Ja. Mit dir.

Mit dir, der du das blaue Herz in deiner Bio trägst. Mit dir, der du Weidels Posts likest, bevor du dir die Zähne putzt. Mit dir, der du Höckes Hetze in der Telegram-Gruppe der Familie weiterleitest und schreibst: "Endlich sagt mal jemand die Wahrheit." Mit dir, der du in der Kneipe das Maul aufreißt über "die Migranten" und sofort "Ich bin doch kein Rassist!" hinterherbrüllst, sobald jemand zurückkommt. Mit dir, der du am Sonntag bei deiner Mutter sitzt und sagst: "Also wenn jetzt Wahl wäre, dann wieder die AfD. Aus Protest, ne."

Hör. Auf.

Hör auf zu lügen. Hör auf, dich rauszuwinden. Hör auf, dich bei deinen Kollegen weichzuspülen. Hör auf, deine Tante anzulügen, deinen Bruder, deine Kinder und am allerschäbigsten: dich selbst.

Du bist nicht "kritisch". Du bist nicht "frustriert". Du bist nicht "der kleine Mann, dem die da oben nicht zuhören". Du bist Nazi. Du bist Faschist. Und du weißt es ganz genau.

Du. Wusstest. Es.

Du wusstest es, als das Bundesamt für Verfassungsschutz am 2. Mai 2025 die Gesamt-AfD als gesichert rechtsextremistische Bestrebung eingestuft hat. Höchste Alarmstufe. Nicht "Verdachtsfall". Nicht "Prüfauftrag". Gesichert. Rechts. Extrem.

Du wusstest, dass diese Einstufung mit einem über 1.000 Seiten Gutachten unterfüttert ist, das ein "ethnisch-abstammungsmäßiges Volksverständnis" feststellt, also exakt das Weltbild, das die Wannseekonferenz im Januar 1942 zur Staatsräson erklärt hat. Genau diese Ideologie. Wieder im Bundestag.

Du wusstest, dass Björn Höcke seit 2019 gerichtsfest "Faschist" genannt werden darf. Nicht von Twitter-Trollen. Von einem deutschen Verwaltungsgericht. Justiziabel. Rechtskräftig. Er hat geklagt, er hat verloren. Faschist.

Du wusstest, dass derselbe Höcke wegen der Verwendung der SA-Parole "Alles für Deutschland" rechtskräftig verurteilt wurde. Eine SA-Parole. Aus einer Mörderorganisation, die Juden zusammengeprügelt hat, bevor sie sie in die Gaskammern schickte. Du hast es gewusst. Du hast ihn weiter unterstützt.

Du wusstest von Potsdam. Vom 25. November 2023. Vom Gartenhotel, in dem Sellner, AfD-Kader, Werteunion-Leute und Spender saßen und einen "Masterplan" beschlossen haben, der die "Remigration" von Millionen Menschen mit deutschem Pass vorsieht. Deutsche. Mit Pass. Wegen ihrer Herkunft. Wegen ihres Aussehens. Wegen ihres Namens. Du wusstest das, weil daraufhin in jeder Stadt dieses Landes Hunderttausende auf die Straße gegangen sind. Du hast die Bilder gesehen. Du hast sie weggewischt.

Du wusstest, dass die AfD sich in Schnellroda mit Götz Kubitschek trifft, der im Antaios-Verlag Bücher druckt, in denen Bevölkerungsaustausch und ethnische Reinheit gepredigt werden. Du wusstest, dass die Junge Alternative, die Jugendorganisation deiner Partei, als "gesichert rechtsextrem" eingestuft und 2024 aufgelöst wurde, nur um sich als "Generation Deutschland" sofort wieder zu gründen. Dieselben Leute. Dasselbe Gift.

Du wusstest, dass dein lieber Maximilian Krah Geld aus China genommen hat. Dass Petr Bystron Geld aus Russland genommen hat. Dass die Spitze deiner Partei sich für ein paar Rubel an Putin verkauft, während sie dir erzählt, sie sei "patriotisch".

Du. Wusstest. Es.

Und du wusstest, was diese Politik kostet

Hanau. 19. Februar 2020. Neun Menschen. Ferhat Unvar. Hamza Kurtović. Said Nesar Hashemi. Vili Viorel Păun. Mercedes Kierpacz. Kaloyan Velkov. Fatih Saraçoğlu. Sedat Gürbüz. Gökhan Gültekin. Hingerichtet von einem Mann, der Hetze gegen Migranten in sich hineingesoffen hat, wie sie auf jedem AfD-Parteitag verkündet wird. Erinnerst du dich an Çetin Gültekin, den Bruder von Gökhan? Der seit über sechs Jahren um Aufklärung kämpft, weil der Staat seinen Bruder im Stich gelassen hat? Du nicht. Du hast geliked.

Halle. 9. Oktober 2019. Jom Kippur. Ein Nazi versucht, in eine Synagoge einzudringen, um Juden zu massakrieren. Die Tür hält. Er erschießt Jana L. und Kevin S., weil sie "im Weg" waren. Schlachthof-Logik. Eichmann-Logik. Deine Logik, wenn du das blaue Herz drückst.

Walter Lübcke. CDU-Politiker. Erschossen auf seiner Terrasse am 2. Juni 2019, weil er sich für Geflüchtete eingesetzt hat. Stephan Ernst, der Mörder, war NPD-Wähler, dann AfD-Sympathisant. Er hat aus dem Nährboden gezogen, den deine Partei bewässert.

Der NSU. Zehn Tote zwischen 2000 und 2007. Enver Şimşek. Abdurrahim Özüdoğru. Süleyman Taşköprü. Habil Kılıç. Mehmet Turgut. İsmail Yaşar. Theodoros Boulgarides. Mehmet Kubaşık. Halit Yozgat. Michèle Kiesewetter. Drei Nazis, die durch Deutschland gefahren sind und neun Migranten und eine Polizistin hingerichtet haben. Mit dem Verfassungsschutz im Nacken, der Akten geschreddert hat. Mit dem Staat als blindem Mittäter. Heute, 2026, sitzen die Erben dieser Ideologie im Bundestag. Mit deiner Zustimmung.

Mölln. 1992. Bahide Arslan. Yeliz Arslan. Ayşe Yılmaz. Verbrannt. Weil sie Türkinnen waren.

Solingen. 1993. Gürsün İnce. Hatice Genç. Gülüstan Öztürk. Hülya Genç. Saime Genç. Verbrannt. Weil sie Türkinnen waren.

Rostock-Lichtenhagen. 1992. Tagelange Pogrome. Klatschende Bürger*innen am Rand. Beifall für die Brandsätze. Genau dieselben Bürger*innen, die heute bei dir auf der Couch sitzen und sagen: "Wir sind doch keine Nazis."

Reichsbürger. Prinz Reuß. Putschpläne. Waffenlager. Liste mit zu erschießenden Politikern. Dezember 2022 ausgehoben, mit AfD-Verbindungen. Birgit Malsack-Winkemann, ehemalige AfD-Bundestagsabgeordnete, war Teil des Putschnetzwerks. Eine. Deiner. Abgeordneten. Die wollten den Bundestag stürmen. Die wollten Demokratie auslöschen. Die wollten Menschen erschießen, denen du heute "Volkszorn" entgegenbrüllst.

50.250 organisierte Rechtsextremisten in Deutschland. Plus 25 Prozent in einem Jahr. 15.300 davon gewaltbereit. 42.788 rechte Straftaten allein 2024. 1.488 rechte Gewalttaten. Brände in Geflüchtetenunterkünften. Übergriffe auf queere Menschen am Christopher Street Day. Synagogen mit Polizeischutz, weil sonst Tote auf der Straße liegen.

Das ist deine Politik. Das ist dein Erntefeld. Das ist das, was aus deinem blauen Herz kommt.

Die Lüge vom Protestwähler

"Aber ich wähle ja nicht den Höcke, ich wähle ja nur ein Signal."

Halt's Maul.

Wissenschaft, nicht Meinung: Das WZB Berlin hat in der Studie Radikalisiert und etabliert festgestellt, dass schon 2021 neunzig Prozent der AfD-Wähler*innen sich von dieser Partei "gut vertreten" fühlten. Neunzig. Prozent. Identifikationswähler. Inhaltswähler. Keine Protestler.

Die Leipziger Autoritarismus-Studie 2024 hat es trocken festgehalten: Die AfD-Wahl ist heute "Ausdruck einer politischen Willensbildung, die von autoritär-destruktiven Bedürfnissen getragen ist". Übersetzt: Du willst es so. Du willst die Härte. Du willst die Ausgrenzung. Du willst die Volksgemeinschaft. Du willst, dass die "Anderen" weg sind.

Der Bonner Soziologe Reuband hat 2025 festgestellt: Die Phase, in der Protest die AfD-Wahl dominierte, ist vorbei. Heute: Überzeugung.

Du bist überzeugt.

Sag. Es. Endlich.

Du bist nicht "der kleine Mann". Du bist Komplize. Du bist Mitläufer. Du bist Steigbügelhalter. Genau wie der Volksschullehrer 1933, der "halt in die Partei eintreten musste". Genau wie der Beamte 1938, der "nur Stempel gesetzt" hat. Genau wie der Eisenbahner 1942, der "nur den Fahrplan" gefahren ist. Genau wie die Sekretärin im KZ Stutthof, 95 Jahre alt, vor Gericht 2022, die geweint hat und gesagt hat: "Hab ja nichts gewusst." Du. Bist. Genau. Der.

Was du tust, jeden Tag

Eine Wahlstimme alle vier Jahre? Schön wär's. Du tust das jeden Tag.

Jedes Like ist eine Stimme. Jeder Share ist eine Stimme. Jeder Kommentar ist eine Stimme. Jedes "Aber man muss doch noch sagen dürfen!" am Stammtisch ist eine Stimme. Jeder Telegram-Kanal, in dem du Geschichten von kriminellen Geflüchteten weiterleitest, ohne sie zu prüfen: Stimme. Jeder Compact-Artikel, den du teilst: Stimme. Jeder Junge-Freiheit-Beitrag, den du nickend liest: Stimme. Jeder Tichy-Kommentar, den du beklatschst: Stimme. Jedes blaue Herz: Stimme.

Du machst das Tag für Tag. Du machst das beim Frühstück. Du machst das auf der Toilette. Du machst das auf dem Sofa, während die Kinder auf YouTube hängen. Du machst Politik. Du machst diese Politik. Du machst rechtsextreme Politik. Jeden. Tag.

Und wenn am 6. September 2026 in Sachsen-Anhalt Landtagswahl ist, und du wirst da gehen, ich seh dich kommen mit deinem Stolz und deinem blauen Herz, dann ist das nur die Quittung für das, was du das ganze Jahr über schon getan hast. Du wählst dann nicht. Du machst dann nur amtlich, was du längst bist.

Und das Ergebnis dieser Politik? Liegt in deutschen Krankenhäusern. Liegt unter Polizeischutz vor Synagogen. Liegt auf dem Friedhof in Hanau, wo neun junge Menschen begraben sind, die deinen Hass nicht überlebt haben.

Die Geschichte hat dir alles erzählt

1932 haben sie genau das gesagt: "Wir wählen die nicht, weil wir Antisemiten sind. Wir wählen die, weil endlich aufgeräumt werden muss. Aus Protest. Gegen das Establishment. Gegen die Weimarer Heuchler."

Und dann?

Dann gab es Kristallnacht. Dann gab es Wannsee. Dann gab es Auschwitz. Dann gab es Treblinka, Sobibor, Belzec, Majdanek, Chelmno. Sechs Millionen ermordete Juden. Sinti und Roma in den Gaskammern. Polnische Eliten erschossen. Sowjetische Kriegsgefangene zu Tode gehungert. Behinderte mit Lkw-Abgasen vergast. Homosexuelle in Lagern totgeprügelt. Zeugen Jehovas geköpft. Politische Gegner erschossen. Und am Ende: 60 Millionen Tote im Zweiten Weltkrieg. Eine Welt in Trümmern. Eine Zivilisation am Abgrund.

Und alle, alle, alle haben hinterher gesagt: "Hab ich nicht gewusst." "Hab ich nicht so gemeint." "Hab nur Protest gewählt." "Konnte man ja nicht ahnen."

Lüge. Sie haben es gewusst. Sie haben es ignoriert. Sie haben weggesehen, weggehört, weggeredet. Sie waren bequem. Sie waren feige. Sie waren überzeugt, und haben es danach abgestritten.

Du wirst das nicht zum zweiten Mal in der Geschichte verkaufen. Hörst du mich?

Nicht. Mit. Uns.

Wir haben gelernt. Du offensichtlich nicht. Wir haben den Schwur von Buchenwald gelesen, den die Überlebenden im April 1945 abgelegt haben, als die Amerikaner die Tore öffneten und die Skelette mit den Augen herauskrochen, die sie noch hatten:

"Die Vernichtung des Nazismus mit all seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens ist unser Ziel."

Das ist die Geschäftsgrundlage dieser Republik. Das ist der Grund, warum dieses Grundgesetz mit Artikel 1 anfängt: "Die Würde des Menschen ist unantastbar." Aller Menschen. Nicht der "echten Deutschen". Nicht der mit deutscher Abstammung. Nicht der mit blonden Haaren. Aller.

Du kündigst diese Geschäftsgrundlage. Mit jedem blauen Herz. Mit jedem Like. Mit jedem Kreuz auf dem Wahlzettel im September in Sachsen-Anhalt, das du schon jetzt in deinem Kopf gemacht hast.

Die Komplizen-Frage

Und ja, ich rede auch mit dir, der du das blaue Herz nicht trägst, aber neben dem Kollegen sitzt, der es trägt, und die Schnauze hältst. Mit dir, der die Schwester hat, die in der Telegram-Gruppe Höcke-Memes teilt, und du sagst: "Lass mal, ist halt sie." Mit dir, der das beim Familienessen "irgendwie überhört" hat. Mit dir, dem es zu peinlich ist, in der Bahn dazwischenzugehen, wenn ein Mann eine Frau mit Kopftuch anpöbelt.

Du bist nicht unschuldig. Du bist Mittäter*in. Hannah Arendt hat das Banalität des Bösen genannt. Martin Niemöller hat es so gesagt:

"Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Kommunist. Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte."

Wo bist du in diesem Gedicht? Frag dich das. Frag dich das jetzt. Nicht morgen. Nicht nach der Wahl. Jetzt.

Der letzte Spiegel

Wenn du jetzt liest und denkst: “Das geht zu weit. Ich werde unfair behandelt. Die Nazi-Keule ist inflationär. Ich bin doch kein Nazi, nur weil ich ein bisschen Sorge habe um mein Land!”, dann frag dich nur eine einzige Frage:

Was genau wäre die Bedingung, unter der du bereit wärst, in den Spiegel zu schauen?

Nach Höcke nicht. Nach Potsdam nicht. Nach Hanau nicht. Nach BfV-Einstufung nicht. Nach Massendemos nicht. Nach Lübcke nicht. Nach Halle nicht. Nach Mölln nicht. Nach Solingen nicht. Nach NSU nicht. Nach Reichsbürger-Putsch nicht. Nach was?

Nach was?

Die Antwort ist: Es gibt keine Bedingung. Weil du nicht überzeugt werden willst. Weil du es schon weißt. Weil du es genauso willst. Du verlangst von uns, dass wir mitspielen, dass wir dir die Höflichkeit lassen, "nur Protestwähler" genannt zu werden. Du verlangst von uns, dass wir Wort und Tat trennen, Stimme und Konsequenz trennen, Hand und Mord trennen.

Tun wir nicht. Nie wieder.

Du bist Nazi.

Sag es. Steh dazu. Trage das blaue Herz mit dem Stolz, mit dem die SA ihre Hakenkreuzbinde trug. Schreib unter deinen Namen "Faschist" und unter dein Profil "stolz darauf". Hör auf, dich zu verstecken. Hör auf, mit zwei Zungen zu reden.

Oder, und das ist die einzige Alternative, die dir bleibt, ändere. dich.

Reiß das blaue Herz aus deiner Bio. Lösch die Telegram-Gruppe. Sag deiner Tante, dass du falsch lagst. Geh am 8. Mai zur Befreiungsfeier in deiner Stadt. Spende der Amadeu-Antonio-Stiftung. Hör Esther Bejarano zu, bevor die letzten Stimmen verstummen. Lies Primo Levi. Lies Jean Améry. Lies Ruth Klüger. Lies Wenn das ein Mensch ist. Lies Jenseits von Schuld und Sühne. Lies weiter leben. Schau dir an, wo dein blaues Herz endet.

Aber tu nicht weiter so, als wärst du das Opfer.

Du bist Täter. Du bist Mittäter. Du bist Nazi.

Wir sehen dich. Wir vergessen dich nicht. Und wir werden alles tun, damit deine Politik in diesem Land nicht. noch. einmal. zur Mehrheit wird.

 

Antifa heißt: Niemals wieder. Niemals.

Wer Faschismus relativiert, schützt ihn.
Wer Antifaschismus delegitimiert, hilft ihm.
Wer schweigt, stimmt zu.

Kein Vergeben. Kein Vergessen. Kein Fußbreit.

 

 

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